EU: Zugriff auf Schuldnerkonten wird leichter

Wien. Gläubiger, deren Schuldner säumig sind, haben es ab 18. Jänner 2017 deutlich leichter, zu ihrem Geld zu kommen.

Erfahren Sie mehr darüber hier.

Auslandsinkasso weltweit – was Sie beachten sollten

Dem Geld hinterherlaufen ist schon im Inland ein mühsames Geschäft. Erst recht aber im Ausland. Glaubt man dem ExportManager (einer Publikation der F.A.Z.-Verlagsgruppe), waren noch in 2012* die deutsche Exporteure im europäischen Vergleich am stärksten von Zahlungsverzug ihrer Kunden betroffen.

Der Kreditversicherer Coface berichtet für das laufende Jahr 2016, dass sich der Umfang der Außenstände in der deutschen Unternehmenslandschaft zwar leicht verringert habe. Mehr als jedes fünfte deutsche Exportunternehmen klage jedoch über gestiegene Außenstände. Glaubt man der Creditreform so liegt der durchschnittliche Forderungswert deutscher Unternehmen an ausländische Geschäftspartner bei mindestens 7.000 EURO. Für China berichtet Coface sogar, dass vier von fünf Unternehmen Zahlungsverzögerungen erlitten haben, oft auch bei höheren Summen. Und jedes zehnte Unternehmen beklagte in China gar Überziehungen von mehr als 150 Tagen.

Die gesamten Artikel finden Sie hier.

Quelle: 31.10.2016, Internet-Zeitung ngo-online

KSV1870 Trendumfrage Zahlungsmoral 2016

Die öffentliche Hand lässt sich nicht lumpen: Besonders Gemeinden zahlen deutlich schneller als in den Vorjahren.

Die KSV1870 Trendstudie zum Zahlungsverhalten zeigt, dass die Zahlungsmoral in Österreich intakt ist: 82 % der österreichischen Gemeinden begleichen ihre Rechnungen ebenso pünktlich wie 80 % der Bundesbehörden und 79 % der Länder

. Damit liegt die öffentliche Hand sogar schon vor den Unternehmen, von denen 76 % innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels überweisen. Österreichs Firmen zahlen im Durchschnitt spätestens nach 29 Tagen ihre Verbindlichkeiten.

Bei den Zahlungsfristen zeigt sich, dass der öffentlichen Hand mehr Spielraum gelassen wird: Sie hat im Schnitt 32 Tage Zeit, während man von Unternehmen die Begleichung in 24 Tagen erwartet. Dieser kleinere Spielraum verzerrt natürlich das Bild etwas, jedoch streut Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, der öffentlichen Hand Rosen: „Ein Zahlungsverzug ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verlust für die Gläubiger, und der kann drastische Folgen haben. Das Bundesvergabegesetz mit seinen 30 Tagen Zahlungsfrist dürfte bei den öffentlichen Institutionen das Bewusstsein dafür geschärft haben, dass Dienstleister und Zulieferer ihrerseits ihre Mitarbeiter und Verbindlichkeiten bezahlen müssen.“

Auch die befragten Unternehmen gaben an, dass sie mit dem Zahlungsverhalten ihrer Firmenkunden zufrieden seien, 12 % sprechen sogar von einer Verbesserung. Bei den Privatkunden ist man diese Disziplin schon beinahe gewöhnt: Bei 72 % ist die Zahlungsmoral gut, bei 9 % hat sich diese sogar noch einmal verbessert.
Besonders gut zahlt man im Westen, Richtung Osten nimmt die Zahlungsmoral etwas ab, wie aus der Tabelle der Bundesländerergebnisse zu ersehen ist.

Schnelles Mahnen wirkt

Doch was tun Gläubiger, um die Zahlungsmoral ihrer Schuldner anzukurbeln? Auch wenn diese in weiten Teilen gut ist, geben nur 18 % der Befragten an, niemals Maßnahmen zur Forderungseinbringung ergreifen zu müssen. Die restlichen 82 % setzen meist zuerst auf eigene Versuche, wie schriftliche, telefonische, sogar persönliche Mahnung. Das tun sie auch sehr schnell, in 31 % aller Fälle bereits innerhalb von 7 bis 10 Tagen nach Fälligkeit. Mag. Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH: „Die Chancen auf Bezahlung sinken mit jedem Tag nach Fälligkeit rapide. Daher raten wir keinesfalls dazu, abzuwarten. Nur schnelle und effiziente Betreibungsschritte führen zum Ziel“. Doch leider helfen auch diese nicht immer: Schließlich müssen 28 %, also mehr als ein Viertel aller offenen, fälligen Rechnungen, extern zur Betreibung gegeben werden.
Die dabei eingeforderten Verzugszinsen sind gesetzlich geregelt und auch Mahnkosten werden gesetzlich als Schadenersatz gewertet. Trotzdem geben sich 64 % der Unternehmen bei Privat- und Firmenkunden letztlich mit der Bezahlung der Kapitalforderung zufrieden, bei öffentlichen Institutionen sind es sogar 72 %, die auf die ihnen zustehenden Zinsen und Spesen verzichten.
Der durchschnittliche Forderungsverlust betrug laut Umfrage 2 % des Umsatzes. Um diesen Verlust auszugleichen, stellen 50 % der Unternehmen einzelne Kunden auf sichere Zahlungsarten, wie Vorauskassa oder Nachnahme, um. 54 % der Befragten versuchen, Forderungsverluste bereits im Vorfeld zu limitieren, indem sie gezielt Liefersperren setzen, 27 % tauschen sich untereinander aus, indem sie Erfahrungen weitergeben, 15 % schließen Kreditversicherungen ab.

Zufriedenheit stimmt optimistisch

Waren es im Vorjahr noch weniger als 50 %, die ihre momentane Geschäftslage positiv einschätzten, so sind es diesmal bereits 53 %. Die befragten Unternehmen blicken auch optimistisch auf die kommenden Monate: 41 % (+ 7 %) erwarten eine gute Geschäftsentwicklung, 8 % (+ 3 %) sogar eine sehr gute. Und auch das Zahlungsverhalten der eigenen Kunden wird von 55 % (+ 8 %) entsprechend positiv erwartet, fast 4 % prognostizieren sogar weitere Verbesserungen.
Dies ist eine Aussendung der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.

Quelle: KSV1870, 24.08.2016